Eine Linie ist eine Illusion. Linien werden nachträglich gezogen, Zusammenhänge im Nachhinein als offensichtlich erklärt. Im Moment aber kann es keine Linie geben, weil sowohl unklar ist, was der Ausgangspunkt ist, als wo der Fluchtpunkt verankert werden soll. Unendliche Zerrungen, wie eine Schallwelle – bloße Schwingungen, doch nie Folge eines Bleistifts und eines Lineals. Leben heißt sich von der Illusion einer Linie trennen und das Bedürfnis nach einer Geometrie des Gelebten jenen zu überlassen, denen die sinnlose Aufgabe obliegt eine Eulogie zu halten. In der Loge der misswachsenen Leben, eine Eloge dem gelebten Schweben. Fehler fehlen, Konsequenzen bestehen. Doch so illusorisch wie jene, sind diese unberechenbar. Wesensgleich sind Ängste und Hoffnungen, doch lassen sie kein Wesen gleich. Wie die Falten auf Stirn und Hand den vom Wind getriebenen Dünen gleichen, so dahingeweht verläuft ein jeder Weg. Die Windungen und Wendungen zu neutralisieren, die Woge glätten zu wollen, läuft an der Schönheit des Vielschichtigen vorbei – ein viel zu hoher Preis für die ersehnte Klarheit, die immer nur momentan sein kann und daher zur Enttäuschung zu führen verdammt ist.

Die Konstanz denn? Bewegt nicht… wird erlogen. Wer sich ihretwillen einzwängen lässt, hat sich um sein eigenes Leben betrogen.

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